Die Künstlerin

Kim — die stetige Reibung zwischen gesellschaftlicher Erwartung und künstlerischer Notwendigkeit.

Porträt von Kim — die Künstlerin im Atelier, zurückhaltend, ohne inszenierte Pose.
Atelier, 2026

Die Magie des Verschwindens

Geboren 1982. Die künstlerische Genese ist untrennbar mit der Suche nach einer existenziellen Schutzarchitektur verbunden: Es begann in einer fensterlosen Nische hinter einem Doppelbett — einem physischen und mentalen Versteck vor häuslicher Gewalt.

In dieser Höhle, beleuchtet nur von einer Taschenlampe, entdeckte sie die Malerei nicht als Hobby, sondern als Überlebensstrategie. Ein Ort des vollkommenen Verschwindens, an dem die äußere Welt verstummt und die eigene physische Anwesenheit zugunsten des schöpferischen Prozesses zurücktritt.

Bruchstellen und Resilienz

Mit 18: radikaler Bruch, spontaner Auszug, Verlust vieler comicartiger Porträts und Zeichnungen. In den Dreißigern: Galerien fordern einen linearen roten Faden — Kim verweigert. Bilder und Installationen werden zerstört. Erkenntnis: Freiheit liegt in der Weigerung zur linearen Ästhetik.

Kim Kong — Alter Ego

Internationale Sommerakademie Salzburg, 2023. Performance „Things I've Damaged": maskiert als Gorilla, collagiert Kim Fotografien ihrer eigenen vernichteten Bilder. Zerstörung wird zum produktiven Element. Kim Kong: Urgewalt, die sich nicht mehr versteckt, sondern den Raum besitzt — und am Ende ihr eigenes Werk in Stücke riss.

Heute: das Bild als Archiv

Großformate. Jedes Bild aus zahlreichen Schichten, nacheinander aufgetragen. Sichtbare Historie, Fragmente früherer Zustände, zerstörter Bildideen — durch obere Schichten hindurch sichtbar. Das fertige Werk ist kein Ergebnis, sondern ein Archiv seiner eigenen Entstehung.

Trotz biografischer Schwere: keine therapeutische Lesart. Das Ziel ist, die Magie intensiver emotionaler Zustände in autonome visuelle Präsenz zu überführen — ohne dass der Betrachter die Hintergründe kennen muss.